Letzte Aktualisierung:
14. Jänner 2019


Ausdruck vom:
20. Jänner 2019


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Berufsethos

Schriftdolmetscher/-innen überwinden Sprach- und Kommunikationsbarrieren zwischen hörenden und hörbeeinträchtigten Menschen. Sie übertragen das gesprochene Wort (Lautsprache) in die geschriebene Sprache (Schriftsprache). Schriftdolmetscher/-innen arbeiten mit unterschiedlichen Übertragungstechniken und Verfahren. ÖSB-trans.SCRIPT-Austria verwendet hauptsächlich die Methode der „konventionellen Textverarbeitung mittels Laptop“.

Schriftdolmetscher/-innen erbringen ihre Kommunikationsdienstleistung für Hörgeschädigte insbesondere im Auftrag von Betroffenen, sozialen Organisationen, sozialen Kostenträgern und Krankenkassen sowie auch für Firmen und Unternehmen der freien Wirtschaft etc.

Schriftdolmetscher arbeiten für hörbeeinträchtigte Menschen bei großen Konferenzen und Kongressen, bei Tagungen, bei Seminaren, Besprechungen und in Einzelgesprächen im Beruf, bei Ämtern und Arztbesuchen sowie Krankenhausaufenthalten. Sie können auch bei Messen, technischen Vorführungen und kulturellen Veranstaltungen eingesetzt werden. Ein weiterer Bereich des Einsatzes sind auch Gerichtsverhandlungen, wobei in diesem Bereich eine „Vereidigung des Schriftdolmetschers vor Ort“ möglich ist.

Schriftdolmetscher/-innen können zusätzliche Aufgaben wie Protokollverfassung, Vorbereitungen etc. auch in ihrem Büro/zu Hause in Telearbeit durchführen.

ÖSB-trans.SCRIPT-zertifizierte Schriftdolmetscher/-innen arbeiten auf selbstständiger Basis, unterliegen aber als zertifizierte ÖSB-trans.SCRIPT-Schriftdolmetscher/-innen den Berufsethosbestimmungen des ÖSB. Diese beinhalten unter anderem die absolute Verschwiegenheitspflicht bezüglich Vereinbarungen und Einsatzinhalten zwischen Klient/-innen und Schriftdolmetscher/-innen, die Garantie des Löschens von Live-Mitschriften nach dem Einsatz (ausgenommen bei Anfertigung von Protokollen, was vorab vereinbart werden muss!), die Tarifabrechung auf Basis der ÖSB-Tarifbestimmungen, um die wichtigsten Punkte zu nennen.

© ÖSB 2011; Änderungen vorbehalten! Danke für die Verwendung von Basisdaten an die Kolleginnen und Kollegen der Schriftdolmetschervermittlung des DSB.

Neutralität

Schriftdolmetscher/-innen übersetzen für Hörende, Schwerhörige und Gehörlose das gesprochene Wort in die Schriftsprache. Sie unterliegen der Schweigepflicht und übersetzen unparteiisch. Beratung, Hilfe und Erklärung gehören nicht zu den Aufgaben von Schriftdolmetschern. Sie stellen stellvertretend für ihre Klientinnen und Klienten keine Fragen, lassen die eigene Meinung nicht mit einfließen und füllen für ihre Klientinnen und Klienten z.B. keine Formulare aus.

Auftragsannahme und Auftragsablehnung

Schriftdolmetscher/-innen sind in der Annahme eines Auftrages frei.

Sie nehmen nach bestem Wissen und Gewissen nur solche Aufträge an, welche keine Gefährdung ihrer beruflichen Unabhängigkeit darstellen.

Sie werden nicht tätig, wenn sie in einer strittigen Angelegenheit bereits von anderen Beteiligten in Anspruch genommen wurden oder werden bzw. wenn sie dadurch in Interessenkollision geraten.

Schriftdolmetscher/-innen werden nicht tätig, wenn sie sich bei ihrer Arbeit genötigt sehen, gegen ihre Berufspflicht, das Gesetz oder die Berufs- und Ehrenordnung zu verstoßen.

Auftragserfüllung

Schriftdolmetscher/-innen handeln bei der Auftragserfüllung nach bestem Wissen und Gewissen.

Sie werden in einem Sachgebiet nur tätig, wenn Sie über genügend Sachkenntnis verfügen bzw. sich diese im Rahmen der Vorbereitung verschaffen können. Auch tragen sie dafür Sorge, dass sie die für den jeweiligen Auftrag erforderlichen Arbeitstechniken beherrschen. Sobald sie erkennen, dass ein Auftrag ihre derzeitigen Fähigkeiten übersteigt, bringen sie dies allen Beteiligten zur Kenntnis.

Schriftdolmetscher/-innen halten ihre Terminvereinbarungen ein. Ist ihnen dies aus zwingenden Gründen nicht möglich, informieren sie die Beteiligten und bemühen sich um einen gleichwertigen Ersatz. Ist auch dies nicht möglich, entstehen der Klientin bzw. dem Klienten daraus keinerlei Kosten.

Verschwiegenheit

Schriftdolmetscher/-innen verpflichten sich, über alles, was ihnen bei der Ausübung ihrer Tätigkeit anvertraut worden oder bekannt geworden ist, Verschwiegenheit zu wahren, soweit nicht das Gesetz oder Grundsätze der Rechtsprechung Ausnahmen zulassen. Diese Verpflichtung besteht nach Beendigung des Auftrages fort.

Von der Pflicht zur Verschwiegenheit kann die Schriftdolmetscherin/der Schriftdolmetscher nach geltenden gesetzlichen Bestimmungen juristisch entbunden werden.

Alle Mitschriften werden sofort nach Beendigung des Auftrages aus Datenschutzgründen sicher gelöscht. Sollte die Erstellung eines Protokolls gewünscht werden, muss dies gemeinsam mit der Buchung, also vor dem Schriftdolmetscheinsatz separat beauftragt werden.

Kollegialität

Schriftdolmetscher/-innen dürfen das Ansehen ihres Berufsstandes durch ihr Verhalten nicht gefährden. Sie enthalten sich unsachlicher Angriffe in Wort und Schrift auf ihre Berufskolleginnen und -kollegen bzw. Angehörige verwandter Berufe.

Sie bewahren bei der Beurteilung der Leistung und Honorargestaltung ihrer Berufskolleginnen und -kollegen taktvolle Zurückhaltung. Kritik an einer fehlerhaften Arbeit ist ohne Schärfe und zunächst gegenüber der betroffenen Kollegin/dem betroffenen Kollegen vorzubringen.

Wettbewerb

Schriftdolmetscher/-innen enthalten sich jeglicher Form unlauteren Wettbewerbs.

Sie unterlassen alle Maßnahmen, die geeignet sind, Berufskolleginnen und -kollegen aus einem Auftrag zu drängen bzw. unterbieten nicht die üblichen Honorarsätze.

ÖSB-trans.SCRIPT-zertifizierte Schriftdolmetscher/-innen verwenden nur jene Berufsbezeichnungen und Titel, zu deren Führung sie nach den Bestimmungen des ÖSB berechtigt sind.

Fort- und Weiterbildung

Schriftdolmetscher/-innen tragen durch Fort- und Weiterbildung für den Erhalt und die Erweiterung ihrer beruflichen Qualifikation Sorge.