Letzte Aktualisierung:
14. Jänner 2019

trans.SCRIPT - Hand mit Ohr

Das Schriftdolmetschen in Österreich

Vorbemerkung

Die Disziplin des Schriftdolmetschens wurde vom ÖSB unter intensiver Arbeit und Zusammenarbeit mit anderen Ländern, Schriftdolmetscherinnen und Schriftdolmetschern, Expertinnen und Experten in Österreich eingeführt und in ununterbrochener Auseinandersetzung mit dem Thema, der Tätigkeit, den Ansprüchen usw. weiterentwickelt.

Qualität steht von Anbeginn an oberster Stelle der Prioritäten, denn schließlich geht es um die Klientin und den Klienten, die/der eine ausgezeichnete Leistung von den Schriftdolmetscherinnen und Schriftdolmetschern erwarten können muss.

Einige Punkte die Zukunft bzw. die Gegenwart betreffend sind mittlerweile überholt. Für trans.SCRIPT ist es jedoch wichtig, sich immer vor Augen zu halten, wie hart manchmal die Anfänge des Schriftdolmetschens in Österreich waren.

Aus diesem Grund belassen wir die bemerkenswerte Entwicklung des Schriftdolmetschens als Reminiszenz im Folgenden "im Original":

Dank

An dieser Stelle sei zunächst allen Projektpartnerinnen und -partnern aus Deutschland (Dr. Dirk Kuntscher, Jürgen Böscher und Elke Heerich von bkp; Renate Welter, Mario Kaul, Gudrun Brendel vom DSB) der Slowakei (Dana Zelenakova, Marcela Novakova von VSE/RWE) und Österreich (Gerhard Senkyr von VOX/ÖSB) herzlich gedankt. Ohne sie wäre die Etablierung dieser Disziplin, die eine wichtige Hilfestellung für hörbeeinträchtigte Menschen in Österreich darstellt, nicht möglich gewesen. DANKE!

* Mag. Brigitte Slamanig und Mag. Harald Tamegger im Namen des ÖSB

Teil des EU-Projektteams aus D, SLK und Ö

ÖSB-Schriftdolmetschzentrale

Wie kam es zur Entstehung der ÖSB-trans.SCRIPT-Schriftdolmetschzentrale, die mit Oktober 2011 offiziell den Betrieb aufgenommen hat? Dem ging ein zwei Jahre dauerndes EU-Projekt voraus, im Zuge dessen auch die ersten Personen zu Schriftdolmetscherinnen und Schriftdolmetschern in Österreich ausgebildet wurden. Hier etwas zur Geschichte:

Entstehung des EU-Projekts

Der Österreichische Schwerhörigenbund Dachverband (ÖSB) war von September 2009 bis September 2011 an einem 3-Länder-EU-Projekt mit dem Titel "Verbreitung der Schriftdolmetscher/-innenausbildung in Österreich und der Slowakei durch E-Learning zur Unterstützung hörgeschädigter Menschen" beteiligt. Die beteiligten Länder und Organisationen waren Deutschland (DSB, Deutscher Schwerhörigenbund und Firma bkp), Slowakei (Firma VSE/RWE) und Österreich (ÖSB, Österreichischer Schwerhörigenbund).

Einen Infoflyer dieses Projekts finden Sie hier als Download.

Ausbildung mittels E-Learning und Präsenztreffen

Nachdem die Kandidatinnen und Kandidaten gefunden waren, begann die achtmonatige Ausbildung. Der Großteil der Lerninhalte wurde mittels E-Learning absolviert, die restlichen Teile in monatlichen Präsenztreffen/Kurstagen und Praktikastunden abgehandelt.

Gewährleistung der Nachhaltigkeit

Für das EU-Projektteam war dies aber nur ein Teil der Arbeit. Die Nachhaltigkeit zu gewährleisten und die sozialpolitische Verankerung zu forcieren waren und sind ebenso Teil des Projektabkommens. Im Sinne der Gewährleistung der Nachhaltigkeit wurde auch die ÖSB-trans.SCRIPT-Schriftdolmetschzentrale ins Leben gerufen und weitere Lehrgänge in Kooperation mit dem BFI Wien durchgeführt.

* Mag. Harald Tamegger/ÖSB

ÖSB-Schriftdolmetschzentrale / Infoplattform / Einsatzbuchung

Mit Oktober 2011 startete der ÖSB offiziell seine Schriftdolmetschzentrale.

Diese Website dient als Informationsplattform für interessierte Klientinnen und Klienten und gibt auch die Möglichkeit, die Schriftdolmetscherinnen und Schriftdolmetscher über das Auftragsmanagement zu kontaktieren und die Auftragsvergabe über eben diese Zentrale abzuwickeln.

Künftige Ausbildungen

Es ist uns bewusst, dass wir im Augenblick die große Nachfrage nicht so leicht abdecken können, da wir im Rahmen des nun abgelaufenen EU-Projekts nur eine kleine Anzahl von Personen ausbilden konnten. Wir versuchen, wie aktuell mit dem BFI-Wien, weitere Ausbildungen anzubieten.

Hinweis: Aktuell ist eine Ausbildung für 2019 geplant.

Keine Unterstützung der öffentlichen Hand

Der ÖSB weist darauf hin, dass wir die Schriftdolmetschzentrale aus eigener Kraft, ohne jegliche finanzielle Unterstützung seitens der öffentlichen Hand und ausschließlich mit ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ins Leben gerufen haben und bis dato ehrenamtlich betreiben. Leider wurden seit den ersten Bestrebungen des ÖSB seit dem Jahr 2004 zur Etablierung dieser Disziplin in Österreich alle Ansuchen um finanzielle Mithilfe beim Aufbau einer Schriftdolmetschzentrale von den zuständigen Stellen abgelehnt. Dies, obwohl Schriftdolmetschen international (Skandinavien, England, Deutschland, Schweiz, USA etc.) seit Jahren bzw. Jahrzehnten eine anerkannte Kommunikationshilfe für Hörbeeinträchtigte darstellt. Ohne die Kooperation mit den deutschen Kollegen der Firma bkp wäre auch das EU-Projekt nicht zustande gekommen, das erst den Startschuss zur Etablierung der Disziplin in Österreich ermöglicht hat.

Vielleicht kommt es noch zu einem Umdenken bei den zuständigen Stellen, schafft der ÖSB doch mit der Einführung der Disziplin nicht nur eine Hilfe für Hörgeschädigte, sondern auch neue Arbeitsplätze in einem in Österreich neuen und jetzt schon sehr gefragten Berufsfeld.